Bitkom zum Lagebericht der IT-Sicherheit 2021

  • Bitkom-Studie: Cyberangriffe führen bei 86 Prozent aller Unternehmen zu Schäden
  • Schäden durch Erpressung und Systemausfälle sind seit 2019 um 358 Prozent gestiegen

Berlin, 21. Oktober 2021 - Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat heute seinen Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2021 veröffentlicht. Dazu erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung:

„Cyberangriffe sind zu einer enormen Bedrohung für die deutsche Wirtschaft geworden. Jedes zehnte Unternehmen sieht deshalb laut unseren Erkenntnissen seine Existenz bedroht. Der diesjährige Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik untermauert eindrucksvoll, wie ernst die Lage für die deutsche Wirtschaft, aber auch für Privatpersonen, Behörden und andere Institutionen ist.

Cyberangriffe haben laut Bitkom-Studien bei 86 Prozent der Unternehmen in Deutschland zuletzt einen Schaden verursacht. Die Wucht, mit der insbesondere Ransomware-Angriffe unsere Wirtschaft erschüttern, ist besorgniserregend und trifft Betriebe aller Branchen und Größen. Die Schäden durch Erpressung, verbunden mit dem Ausfall von Systemen oder der Störung von Betriebsabläufen, sind seit 2019 um 358 Prozent gestiegen.

Auch Schutzgeld wird mittlerweile im Internet erpresst. Die Angreifer drohen damit, bestimmte Ressourcen gezielt zu überlasten und zum Beispiel Server mit massenhaften Anfragen in die Knie zu zwingen. Zuletzt waren 27 Prozent der Unternehmen im Land von solchen DDoS-Attacken betroffen.

Darauf müssen wir reagieren. Wir brauchen die Möglichkeit, dass sich jeder Mensch und jedes Unternehmen in Echtzeit über die Cyber-Bedrohungslage informieren kann. Dazu müssen wir Echtzeit-Informationen nutzen und EU-weit in einem zentralen Dashboard sammeln – ähnlich dem Corona-Dashboard des Robert-Koch-Instituts. Nur wenn Hinweise auf Gefahren sekundengenau gesammelt werden, können wir auch umgehend darauf reagieren und uns sowie unsere Wirtschaft besser schützen.

Wesentlich für mehr Cybersicherheit ist auch die zukunftsfähige Bildung aller Menschen. Medienkompetenz und IT-Wissen müssen spätestens ab der Grundschule in die Bildungspläne integriert werden. Wir brauchen deshalb unbedingt Informatik als Pflichtfach ab Sekundarstufe I.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.067 Unternehmen mit 10 oder mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befragt. Die Interviews wurden mit Führungskräften durchgeführt, die in ihrem Unternehmen für das Thema Wirtschaftsschutz verantwortlich sind. Dazu zählen Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie Führungskräfte aus den Bereichen Unternehmenssicherheit, IT-Sicherheit, Risikomanagement oder Finanzen. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.